No. 10.282

DER  INDISCHE  KÄFER

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Ein Käfer roch mein‘ Schwarztee

und stürzte sich hinein.

Und bevor ich ihn tot seh‘,

fass ich flink hinein.

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Erwische nur den kleinen Zeh

und nicht das ganze Bein.

Das tut zwar besonders weh,

aber besser als verbrüht sein.

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Ich geb‘ ihm einen Tropfen Branntwein.

Das Vieh liegt auf der Schüssel,

im Alkohol den Rüssel.

Was ich an der Narkose aber nicht versteh,

das Vieh muss wohl betrunken sein:

Fliegt torkelnd weiter in mein Rotwein.

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Bevor ich das Glas ausschütten geh,

da fällt mir etwas ein:

Der Käfer ist aus Indien,

gewohnt im Tee zu sündijen;

er war stets froh bei mir zu sein.

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Jetzt aber, benässt und trunken,

da hat es ihm gestunken!

Schiss noch auf meinen Erdbeerkuchen!

Fuchtelnd und laut am fluchen

schlug ich auf ihn ein . . .

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Flink erhob er sich

und flog beleidigt heim

Das kann jetzt an sich

nur das Heim- und Fernweh sein!

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Aus: Mit Gedichten Humor belichten

tredition verlag – – hamburg