No. 7936

DER  ALTE  SCHLACHTERMEISTER

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Er war ein Schlachter von allererstem Rang,

trug ein Schlachtermesser, schwer und ellenlang,

blutverschmiert mit metallisch hellem Klang

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Er war ein Mann mit Statut und großer Ehr

Man nuschelte und tuschelte: Das ist ja der und der!

Wie streng er blickte!  Wie knapp er nickte!

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Was aber alle wussten, dass sie sich in Acht nehmen mussten:

Denn  er  hatte  zwar  die  wahre,  unschlagbare  Schlachterware,

doch fanden sich darin mal Fingerkuppe, Daumen oder Kräuselhaare

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Dass es des Schlachters eigene waren,

darüber waren sich die Tuschler nicht im Klaren

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Was ihnen

auch niemand verklickte,

dass, wenn er mal strenge blickte:

ihn phantomgeschmerzt der Daumen zwickte.

Das mit der Fingerkuppe – war inzwischen schnuppe,

ihm aber sein Kräuselhaar abknickte, wenn er zu viel nickte

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Aus meinem Gedichtband 1

> Mit Gedichten Humor belichten <

tredition  verlag  —    hamburg