Fantasie braucht Platz
Und davon reichlich
Fantasie braucht Platz
Und davon reichlich
Der Argwohn erhält den besten Platz
beim Einsatz auf dem Kriegsschauplatz
An der Spitze wird es einsam!
Zu wenig Platz für Andere . . .
Was immer wir aufnehmen wollen:
Dafür muss vorher Platz geschaffen werden!
Wir haben meist zu viel Ballast an Bord
(Gilt nur für kleine Kinder nicht)
Sein letzter Wille
+
ist ein Platz in der Stille
auf einem Klo mit geheizter Brille
oben im Hochsitz mit Sonnenbrille
und für jede Woche eine rote Pille.
+
Man steckte ihn vom Heim
in die Bretterhütte hinein
und ließ ihn dann allein,
damit er dort abchille
+
Überleben mit einer Zwille,
auf dass er Kleingetier damit kille.
Selig war er nach Jahren der Funkstille.
+
Er starb – etwas erblichen –
aber bitte sehr:
sein Grinsen war nie mehr
aus seinem Gesicht gewichen!
+ + +
Aus der Gedichte - Werkstatt
Der Platz in der Geschichte
kann auch ein völlig unrühmlicher sein
Erkenntnis auf dem Totenbett:
Er brauchte immer reichlich Platz!
Im Kreißsaal – im Schlafsaal – im Speisesaal – im Festsaal –
im Sitzungssaal – und schließlich im finalen Operationssaal.
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Aber bald die Enge einer Urne? Also lange voraus denken –
und sich zeitig eine Reise mit Seebestattung schenken!
Große Worte schmälern die Tat.
(Zu hoch der Anspruch und die
Erwartung, zu klein die Aktion)
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Große Schlagzeilen schmälern die Wahrheit.
(Kein Platz mehr für die wahren Umstände!)
Gewalt bringt nur die temporäre Befreiung.
Wie zwei Erdplatten, die sich durch Erdbeben ausgleichen.
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Es ist alles in Bewegung, drückt, sucht sich seinen Platz.
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Aber ohne einen andauernden Ausgleich der Lebenssituation
aller Menschen bleibt Gewalt das ewige Mittel der Wahl.
Völker ohne Mord,
Menschen ohne Leid,
Ein Platz ohne Ort,
Epochen ohne Zeit,
Der Gesang der Stille,
Wunschlos ohne Wille,
In seelischer Fülle
Und in Ehre zufrieden:
Das ist der Frieden!