No. 10.024

2021-05-12 - 16:18
© 2006-2026 Gerd Peter Bischoff

VON  DEN  POETEN

Ψ

– Was man aus früheren Jahren noch kennt –

Wer Bücher verfasste, konnte fast 100 Prozent

seiner Kreativität in sein Werk investieren.

Brauchte keine Kraft und Zeit zu verlieren.

Es blieb beim Erdenken und kreativem Schreiben!

Ψ

Dann aber kamen erst scheibchenweise – später in Scheiben

wie folgt auch noch hinzu: Korrigieren, Formatieren,

Lektorieren, Computer Science, E-books generieren.

Dann Buchdesign, Typenschrift und Datenübertragung.

Lokale Leseproben, Leser-Test und Freundeskreisbefragung

Ψ

Flyerdruck, Marketing

und Auflagenwahrsagung,

Entwürfe, Cover, Bilderrechte,

Zündende Werbe-Ideen zielgerechte,

Zulauf, Verkauf, „Messelauf“, Presse auf

Lesungen und Vermarktung obendrauf!

Ψ

Und natürlich kam das übliche „Juristische“ mit dazu.

Doch selbst damit ist  noch lange  keine Ruh,

denn es kommt schlussendlich und hierzu

auch noch das Verlagsgesuche mit dazu.

Ψ

Dadurch bleiben

– nur noch 7 Prozent der Zeit –

überhaupt zum  kreativen Schreiben.

Da musste man noch Schriftverkehr betreiben

und dies dem Finanzamt unter seine Nasen reiben!

Ψ

Denn im Laufe vieler Jahre

begannen auf  seltsam  wunderbare

Art und Weisen diese Beschäftigungsweisen

der schreibenden Zunft sich in den Schwanz zu beißen.

Ψ

Das führte zu einer allgemeinen Schreibverhütung

durch obige Selbst- und Fremdbeschäftigung vor allem.

Deswegen ist die heutige Autorenvergütung

gerechterweise auch auf diese 7 Prozent gefallen!

7  Prozent pro Bucherlös. . . ansatzweise.

Bedauerlicherweise!

Ψ

Ich begann einmal als ein fleißiger Autor

und wurde unmerklich mit der Zeit ein Tor.

Heute bin nicht so blöd – jetzt bin ich ein Poet

Und das Ende der Geschichte -

heute schreibe ich liebend gern Gedichte


No. 9957

2021-04-24 - 09:37
© 2006-2026 Gerd Peter Bischoff

HALTUNG  BEWAHREN

◊

> Kommt ein Fliegelein geflogen,

Setzt sich nieder auf mein‘ Fuß <

erinnert mich grad – ein altes Reimzitat.

Hab ihr das Rückgrat etwas durchgebogen,

so dass sie nicht mehr weiterfliegen muss.

◊

Da hat die Fliege frech geschissen

Auf meinen neuen Lederschuh.

Ich schrie, sie sollte sich verpissen

Doch sie gab mir keine Ruh.

◊

Schiss einfach immer weiter,

Auf die Schuhe und die Kleider.

Ich  gab  ihr  eine  Votzen 1,

Da fing das Vieh auch an zu kotzen.

◊

Voll verschmiert begann ich es zu fassen:

Aufrecht sein,  den Rücken grade lassen

und alle Fliegen in Freiheit fliegen lassen!

◊

Allgemein gilt es zu kapieren:

Krummes Rückgrat fördert das Verschmieren,

Ob  bei  Menschen  oder  Tieren.

◊

Und die böse Tragik der Geschicht‘:

Klatsche  Fliegen

wenn sie fliegen

oder flitzen!

◊

Aber wenn sie auf dir sitzen . . .

besser  NICHT !!!

•

1 Bayrisch für Ohrfeige