No. 7842

2020-06-17 - 12:56
© 2006-2026 Gerd Peter Bischoff

DER CHEF

wanderte durch die Redaktionen,

und sah die enttäuschten Reaktionen

der Presse-Macher zu den Quartalszahlen

Die gestürzten Abverkäufe sorgten für Qualen

Da ließen die Redakteure alle die Köpfe hängen

Niemand konnte die eigenen Sorgen verdrängen

Der Chef aber hatte Grips, trat niemand auf den Schlips,

sondern gab den Köpfen einen aufmunternden Stipps:

Und siehe da - sie waren alle aus Gips!

Der  Zeitungsleute  Sorgen aber waren unbegründet

Denn ihr Schicksal ist in eine sichere Zukunft gemündet

So ein Team sorgt für die Zuschauer und deren Erhalt

ideal in einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt

Aus: Medien und Propaganda


No. 7822

2020-06-10 - 13:36
© 2006-2026 Gerd Peter Bischoff

Jeder Wiener ist eine Wurst

Jeder Frankfurter und Nürnberger auch

~~~

Ein Berliner ist eine Süßspeise, so ist es Brauch,

Hamburger ein belegtes Brot, es füllt dir den Bauch

~~~

Was ist ein Münchner? Herrscht da nur der Durst?

Einem Münchner  ‚Kind’l  is des euwi wurscht‘!

~~~

Denn egal, mit etwas Augenmaß –

passt zu allem oben eine Maß!

~~~

Darauf getrost - ein Prost - zum Trost!


No. 7809

2020-06-05 - 21:04
© 2006-2026 Gerd Peter Bischoff

DER   HAUSWERKER

≡   ≡   ♦   ≡   ≡

In großer Höhe über der Wiese hängt er an der Markise

Der Grund ist der  Deko-Wunsch  seiner Marliese

Doch plötzlich braucht sie die Leiter anderswo

in ihrem Penthaus im elften Stock – irgendwo

≡   ♦   ≡

Er hakt sich ein, den Bohrer in der Hand,

bis ihm die letzte Kraft entschwand

Die Liese hat ihn vergessen,

sie ist ja so einrichtungs-versessen!

Den Sommer über dörrt und trocknet er vor sich hin,

da kommt Marliese wieder ihr Mann in den Sinn:

Der Dieter – der Dieter,

wo steckt der denn schon wieder?

Da drängt die Alte laut – wo er denn nur bliebe –

und kurbelt die Markise hoch:

Da hängt die alte Lederhaut, die liebe,

eingerollt bis heute noch


No. 7805

2020-06-04 - 14:48
© 2006-2026 Gerd Peter Bischoff

Es ist die Hoffnung, die den Zufall sät

Für alle  Anderen  kommt er schlicht zu spät

◊     ♦     ◊

Weil Hoffnungslosigkeit jedes Risiko verschmäht,

nicht vorbereitet ist – und so den Zufall nicht erspäht


No. 7793

2020-06-02 - 21:22
© 2006-2026 Gerd Peter Bischoff

Ist Geld fürs Leben erheblich?

Ja:

Stiftet es Sinn maßgeblich?

Vergeblich  –  Vergeblich!

Doch das ist unerheblich

Zu leben ist maßgeblich

Umsonst  –  umsonst?

Nein:

Leben ist nicht umsonst

Nichts gibt es  umsonst

Nichts womit du sonst

den Geldbeutel schonst

Allemannisch' Schwäbische Erkenntnis:

Des Lähbe koschtet halt ebbis

Hai jo!