No. 8349

2020-09-06 - 14:44
© 2006-2026 Gerd Peter Bischoff

KRIEG  DAS  FETT  WEG

Das Hühnerfett ist böse,

es fettet gern im Bauch.

Damit zeigt man seine Blöße:

man nennt es „Plautze“ auch.

Hundefleisch ist böse,

doch in China ist es Brauch;

dort isst man sogar Gekröse

im Hundedarm-Geschlauch.

Sogar der Thunfisch gilt als böse,

ob gebraten – ob im Buchenrauch.

Bringt jedoch Erlöse, richtig luxuriöse.

– Belasten tut er aber auch –

mit seinem Quecksilberhauch.

Wie viel wir essen ist doch böse,

Nießbrauch führt zu Missbrauch.

Der Mensch verbraucht monströse

Ressourcen, skandalöse:

Was für einen Mengenverbrauch!

Aha: Der Mensch ist also böse,

mit seinem Bier- und Schwabbelbauch.

Diese komatöse Spezies bräuchte die Ablöse!

So denken Hühner auf der Hühnerfarm doch auch

Gedichtet, verdichtet und gerichtet  2013

– heute kann man das nicht mehr veröffentlichen –


No. 8348

2020-09-06 - 13:13
© 2006-2026 Gerd Peter Bischoff

PRACHTVOLL  AUSGESTORBEN

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Die Grundel hatte als Nachbarin die Pfundel,

die ebenfalls ein Fischchen war. Wie sonderbar!

Die Pfundel wog einiges mehr und machte mehr her

und gab immer mächtig an. Dann und wann

suchte sie nach einem feschen Fischerich.

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Doch diese trieben sich, allabendlich,

lieber mit der Grundel in deren Höhle rum,

weil die Pfundel ab irgendwann

stark zu schuppen und zu fischeln begann.

~ ~ ≈  ≈   ⊗   ≈  ≈ ~ ~

Die Pfundel starb, beleidigt, dick und stumm

und mit ihr die Letzte ihrer beleibten Gattung.

Ihr Wunsch war eine echte Seebestattung.

Die wurde ihr genehmigt, amtlich und posthum.


No. 8169

2020-08-14 - 15:55
© 2006-2026 Gerd Peter Bischoff

Die Pessimisten behielten immer recht,

diese richtig klugen, informierten Leute.

Noch nie war der  Untergang  so echt,

noch nie war es so schlimm wie heute.

~

Der Ignorant jedoch bleibt Optimist,

denn was interessiert ihn anderer Leute

Mist!

Dummheit ist  zuweilen  gar nicht trist,

so  sie  den  Dummen  nichts  bedeute:

~

Man merkt es nicht – wie dumm man ist!


No. 8133

2020-08-09 - 13:18
© 2006-2026 Gerd Peter Bischoff

HUMOR  BLIEB  AUSSEN  VOR

8 - 8

20    20

Im August an einem brütend heißen Tag

litt ein  Huftier  hinterm Zaune, wo es lag

Das Vieh war durch die Hitze arg benommen

Ich begann mich auf der Wiese schön zu sonnen

und war voll des Alkoholes Wonnen

Wollte dem Prachtkerl zu Hilfe kommen,

der sicherlich über tausend Kilo wog

Scherzend schüttete ich dem Tiere

eine ganze Maß mit kühlem Biere,

sogar einen Maibock in den Trog

Das Vieh soff die ganze Menge in nur einem Zug!

Glotzte mich wie selig an, es war ihm nicht genug

Ich begab mich erneut ins  Wirtshaus  wo ich log,

mein Durst wäre heut' gewaltig – zur Hitze analog

Nach drei Maß ging das Vieh dann in die Knie,

Jo, do legs di nieda“ – b‘suffa halt in Agonie

Ich wollte ihm erneut zu Hilfe kommen,

da hat er mich auf die Hörner genommen:

Stiere kennen keine Satire!

Reagierte auf meine Faxen

mit  ungestümen  Attacken

Stieg auf meine Fersen und die Haxen

Trat mir auch noch in den Nacken

Obwohl 3 Maß  Starkbier  kaum zum Zielen dient,

so  gut  gezielte  Tritte  hatte  ich  nicht  verdient!

Ich flog ins Gras, das stauchte auch die Niere,

sah weiße Mäuse und lachende Nagetiere

Da tat es in meinem Hirne funzeln:

Stiere zeigen weder Frohsinn – noch ein Schmunzeln!

Ich jedoch bin hin – und voller „Hornhaut“-Runzeln

Aus der Gedichte-Werkstatt


No. 8127

2020-08-07 - 19:32
© 2006-2026 Gerd Peter Bischoff

DAS  PURITANERTREFFEN

Ψ

Beim Puritanertreffen vor einigen Tagen

war ein Asket dabei, zum näheren Befragen.

Der  hat  aber  über  die  Stränge  geschlagen:

Zwei Glas Rotwein die Woche seien gesund!

~ ~ ~

Laut rief ein Spartaner: „So halten Sie den Mund“

Und  hörbar  maulte noch  ein  „Frugalist“,

ein  ausgemergelter  Kalorienhasser:

Jetzt erzählen Sie doch keinen Mist“

~ ~ ~

Ich trinke sonst nur Wasser“,

erwidert  der  Asket  apodiktisch.

Schweige jetzt oder ich verdrisch dich“!

Und ergänzte für des Friedens Wahrung:

Ich brauch ansonsten keine feste Nahrung“

~ ~ ~

Erleichtert war der Treff der Kostverächter:

vermieden waren Spaß und lästiges Gelächter.

Ein Fakir warnt noch mit verhaltenem Geraune,

Rotweingenuss sorge potentiell für gute Laune!

Da brach erneut ein Streit vom Zaune!


No. 8126

2020-08-07 - 15:14
© 2006-2026 Gerd Peter Bischoff

Früher warf man sich daheim beim Streit

Tiernamen an den Kopf - seinerzeit

+

Heute schlägt man sich bei häuslicher Gewalt

die  Zipfelmütze  um die Ohren - halt

+

Davon hat jeder Deutsche gesetzlich eine parat

Und reichlich Nachschub auf - Vorrat

+

Und die Leserschaft hat es schon erfasst:

Zipfel-Leugner kommen in den - Knast