No. 14.249

2024-10-11 - 08:35
© 2006-2026 Gerd Peter Bischoff

Erst FERNWEH dann HEIMWEH

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"Oh jemminee" – ruft der alte Mann,

bin heut schon von A nach B gelaufen,

ich komme aber niemals irgendwo an.

Es hilft nicht mehr, die Haare zu raufen.

~

Das muss an den vielen Umleitungen liegen

die wir jetzt überall in den Städten kriegen.

Ich weiß die Richtung, kann aber nicht fliegen

Die S-Bahn verspätet und die Busse fallen aus.

~

Es scheint so, als kümmert das keine Sau

Taxis kommen nicht durch, stecken in Staus

Er nächtigte folglich in einem Schrebergarten,

schlief auf einer Luftmatratze im kaltenVerhau

Jetzt muss er auf eine Lastendrone warten

~

Oh verflucht: Ausgebucht!

Die schließen Lücken in den Lieferketten

und kommen nicht, falls man sie sucht.

Jetzt kann ihn nur noch ein Hubschrauber retten

Hierbei aber wird ihm mehrfach bekräftigt,

die seien alle an der "Front" beschäftigt


No. 11.839

2024-09-29 - 11:14
© 2006-2026 Gerd Peter Bischoff

OKTOBERFEST  –  DIE  DRITTE  MASS

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Ihm klemmt der Schuh, er schwankt herbei,

zittrig bückend schnürt er seinen Henkel –

ääh – verschüttet auch sein Bier dabei –

das geht ihm ganz gewaltig auf den Senkel.

Drei Maß Bier: Ein Treibsatz großer Immanenz

verursacht die drückend, drängende Inkontinenz,

alsdann voran gestoßen durch heftig laute Flatulenz!

Durch den Rückstoß aber stolpert er

kopfüber ins Klosett und sieht nichts mehr.

Doch diese neue Perspektive,

führt ihn zu wahrer Erkenntnistiefe:

Oh, weiße Kachelwand, die ich liegend hier benässe,

nichts wissen, die sonst hier pissen

von deiner funkelnd bleichen Blässe . . .“

murmelt er am Boden liegend auf dem Bauch.

Ein anderer Pinkler: „Ich verstehe Ihr Genuschel nicht“,

beugt sich herab. „Schlechte Akustik“ raunt er ihm ins Gesicht.

Ach ja“, lallt der Erkennende belustigt, „jetzt rieche ich sie auch!“

◊     ♦     ◊

Aus meinem Gedichtband

> Mit Gedichten Humor belichten <

Tredition Verlag  –  Hamburg